Es ist Samstag kurz vor halb zehn am letzten Wochenende im April. An einem gewöhnlichen Wochenende ist in der Gemeinschaftsunterkunft in Waibstadt um diese Uhrzeit noch nicht viel los. Vielleicht schreit vereinzelt ein Baby, die ersten Flüchtlinge kriechen langsam aus ihren Betten.

Großer Andrang

Anders an diesem Samstag. Der Parkplatz der Gemeinschaftsunterkunft steht voll mit Autos. Im Heim und vor allem im Garten ist ein wuseliges Treiben. Ein Kind sucht seinen Rucksack, ein anderer Heimbewohner seinen Freund. Die Stimmung ist ausgelassen und gespannt. In wenigen Minuten geht es los, denn wir haben die Bewohner der beiden Gemeinschaftsunterkünfte in Bernau und Waibstadt, so wie deren Paten und Interessierte zum Ausflug eingeladen. Nach Wachenheim soll es gehen in den Kurpfalz-Park. Schon Tage vorher wurden Plakate aufgehängt und Einladungen verteilt. „Wir wollten den Geflüchteten eine Abwechslung zum tristen Heimalltag bieten und die Möglichkeit mit Deutschen ins Gespräch zu kommen“, sagt Anjoulih Pawelka von der waibstadter Initiative. Nun, auf dem Parkplatz zeigt sich, dass das Angebot gut angenommen wird.

Highlights für jedes Alter

„Der Bus kommt“, ruft ein Junge aus dem Irak aufgeregt. Lachend steigt die Schar in den Reisebus ein. Dieser ist bis auf den letzten Platz gefüllt. So sind es knapp 60 Flüchtlinge, die an dem Ausflug teilnehmen. Da sind Familien genauso dabei wie Jugendliche und ältere Männer aus unterschiedlichen Nationen. „Gerade für gemischte Gruppen ist der Kurpfalz-Park perfekt“, erzählt Pawelka. Im Park zeigt sich das deutlich. Alle Altersstufen haben viel Spaß auf Säcken sitzend die steilen Rutschen im Rutschenparadies auszuprobieren. Aber auch die Sommerrodelbahn und die Tiere sind für viele Besucher ein Highlight. „Es war ein sehr schöner Tag“, sagt der allein erziehende Vater aus dem Iran am Ende des Ausflugs strahlend.

Titelbild:  pocketrockets / CC BY-ND 2.0